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Gewächshaus als Mehrzweckhalle? 

Neuer Eigentümer der Ex-Orchideenfarm ist noch für gute Ideen offen 

encosol orchideen-kaiserDie frühere Kaiser-Orchideenfarm am Ortsrand von Löffelsterz ist Ende 2011 nach jahrelangem Leerstand versteigert worden. Das 16 000 Quadratmeter große Grundstück samt teils demolierter Gewächshäuser ist an den Mann gekommen: Cengiz Ketecioglu

Augenscheinlich sind die auf den noch intakten Gewächshäusern installierten Photovoltaik-Flächen, was nicht von ungefähr kommt, weil der studierte Wirtschaftsingenieur (FH) Geschäftsführer der Firma „encoSol engineering & consulting Solutions“ (Frauenaurach) ist. Es sind freilich noch nicht alle – wegen Schneebruchs – eingestürzten Aufbauten weggeräumt und über die Nutzung wird viel spekuliert. Die Bitte um einen Vororttermin erfüllt der neue Eigentümer deshalb spontan.

Das vom 31-Jährigen geleitete Ingenieurbüro ist im Bereich Automotive unterwegs, bietet vor allem in Richtung Automatisierung projektbezogen sein Know how als Dienstleister an. Wie es der Name sagt, ist ein weiterer Schwerpunkt die Energiebranche mit Fokus auf Erneuerbaren Energien. Die Firma ist hier vor allem im Herkunftsland seiner Eltern unterwegs, die schon Jahrzehnte in Deutschland leben und arbeiten.

In der Türkei sei im Gegenteil zu Deutschland das Bewusstsein für Erneuerbare Energien noch nicht so hoch, „das ist viel Aufklärungsarbeit nötig“, sagt Ketecioglu. encoSol hat bereits eine Filiale in Ankara, in Bursa ein Vertriebsbüro. Neben Photovoltaik bietet man in der Türkei gut nachgefragte Kleinstwasserkraftwerke an. Warum nun ein Gewächshaus in Unterfranken? Das Objekt habe er durch Zufall („Die Macht des Internet“) entdeckt und es „sofort haben wollen“. Er habe erkannt, dass das Areal ideal für Testzwecke und Spielwiese für Studenten sei, denen seine Firma Praktikumsplätze anbiete.

Auf den Glasdächern sind bisher 500 Quadratmeter Photovoltaik-Module installiert, die Strom ins öffentliche Netz liefern. Installiert hat encoSol dabei eine selbst entwickelte Technik: einachsige Nachführungen. Fest montierte Photovoltaikanlagen bedeuteten wegen des Sonnenstands Ertragsverluste. Bei der neuen Technik ist das nicht Fall. Bei ihr richten sich die Photovoltaik-Panels zur Sonne hin aus. Wenn sie im Osten steht, werden die nach Westen gewandten Panels aufgestellt, die Sonnenfläche vergrößert sich so. In Löffelsterz „haben wir so 20 Prozent mehr Stromertrag“, berichtet der Ingenieur. Daneben ist auch der Aspekt Sicherheit von Bedeutung. Dazu ist die Steuerung mit Wind- und Regensensoren ausgerüstet, auf Umwelteinflüsse kann man reagieren.

Rund 2100 Quadratmeer sind eingestürzt. Ketecioglu berichtet, dass er mit Freunden und Familie schon viele Wochenenden auf dem Gelände gearbeitet hat, Zug um Zug werden diese Flächen weiter freigeräumt.

Rund 2000 Quadratmeter Gewächshäuser sind intakt. „Werke statt Worte“ hat der Unternehmer damals nicht wie befürchtet rausgeworfen. Im Gegenteil: Das südliche Gewächshaus durfte der Verein 2012 kostenlos als Lager nutzen. 2013 wurde zur Kostendeckung ein kleiner Obulus verlangt: Aber: encoSol unterstützte das Engagement andererseits mit einer Geldspende.

Ein Projekt ist in trockenen Tüchern. Eine Christbaumkultur entsteht auf einer überdachten Fläche, Eine Gruppe Landschaftsgärtner betreibt das Projekt eigenständig. Für weitere Ideen ist Ketecioglu offen. Denkbar nennt er Produktion, Lagerfläche, auch wieder gärtnerische Nutzung oder eine solche als Veranstaltungsraum, wie er das kürzlich in einem Gewächshaus gesehen hat. „Das wäre ein Traum, wenn man die Orchideenfarm zu so einer Art Mehrzweckhalle für Vorträge, Seminare oder sogar Hochzeitsfeier umbauen könnte“. Wichtig sei ihm aber, dass die jeweilige Nutzung „von der Bevölkerung akzeptiert wird“.

Auch draußen ist vieles vorstellbar. Die Idee Wohnmobilstellplatz sei ihm beispielsweise als Möglichkeit vorgeschlagen worden.

Ex-Orchideenfarm Kaiser

30 Jahre lang betrieben Brigitte und Willy Horst Kaiser auf dem Areal eine Orchideenzucht, die sich bundesweit einen hervorragenden Ruf erwarb. Bis zu 20 000 Pflanzen blühten einst gleichzeitig, aus ganz Franken kamen Orchideenfreunde teils in Omnibussen angefahren, um die Pracht zu bewundern und einzukaufen. Die Kaiser-Orchideen waren dank mehrfacher Kreuzungen außergewöhnlich robust und gediehen auch in häuslicher Pflege gut. Dies war Segen und Fluch zugleich, denn einerseits erwarben sich Kaiser so viele Meriten als Züchter, andererseits wurde die nun leichter handhabbare Pflanze zum Massengut. Holländische Großgärtnereien zogen aus Jungpflanzen massenhaft Orchideen für den deutschen Markt heran, verkauften diese zu Billigpreisen. Das hatte Folgen: Von einst 15 sank die Mitarbeiterzahl bis zur Jahrtausendwende auf noch fünf, im August 2004 war Schluss. Brigitte und Willy Horst traten den Ruhestand an, ein Investor für die seinerzeit noch gut nutzbaren Gewächshäuser fand sich nicht. 2006 erklärten die Inhaber im Zuge eines privaten Insolvenzverfahrens für das Grundstück mit Aufbauten den so genannten Eigentumsverzicht. Die Gemeinde Schonungen kümmerte sich um die Verkehrssicherung. 2011 erfolgte die Versteigerung. hl/hh

Quelle Mainpost / Hannes Helferich 01/2014

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encoSol

engineering & consulting Solutions
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